Khamenei verletzt im Iran
Der neue Oberste Führer des Iran, Modschtaba Khamenei, steht kurz nach seinem Amtsantritt im Zentrum der Aufmerksamkeit. Nur wenige Tage nach dem Beginn der US-israelischen Angriffe am 28. Februar kursieren Berichte, dass er bei den Luftschlägen verletzt wurde. Während sein Vater und Vorgänger sowie weitere Familienmitglieder ums Leben kamen, soll Khamenei leichte Verletzungen an Hand und Beinen erlitten haben. Irans staatliche Nachrichtenagentur bezeichnete ihn als „verwundeten" Veteranen des Kriegs, der sich aus der Öffentlichkeit zurückzieht, um weiteren Gefahren zu entgehen. Der ehemalige US-Beamte Alan Eyre erklärte, sein vorrangiges Anliegen sei im Moment lediglich, am Leben zu bleiben. Diese Zurückhaltung könnte seine seit Langem etablierte, schwer fassbare Natur verfestigen und so zu seinem Überleben beitragen. Sollte der Krieg enden, wird er aller Wahrscheinlichkeit nach sein öffentliches Profil deutlich schärfen. Sein Tod würde nicht das Ende des Systems der Velayat-e Faqih-Herrschaft bedeuten, auch wenn die theologischen Grundlagen dieses Systems in der Praxis stark erodiert sind. Die Einzelheiten zu seinem Gesundheitszustand bleiben unklar, da die Informationen aus einer Mischung offizieller und inoffizieller Kanäle stammen. Unbenannte iranische Offizielle berichteten von leichten Verletzungen, während israelische Experten eine ähnliche Einschätzung zur Art seiner Wunden gaben. Der iranische Botschafter in Zypern bestätigte am Mittwoch, dass Khamenei bei den Angriffen verletzt wurde und sich noch nicht wohlfühle, um eine Rede zu halten. Auch der Sohn des iranischen Präsidenten Yousef gab an, dass Herr Khamenei nun wohlauf sei.
- https://www.fr.de/politik/mojtaba-khameneis-wunden-koennten-helfen-den-schatten-obersten-fuehrer-am-leben-zu-halten-zr-94213878.html
- https://www.zeit.de/politik/2026-03/iran-krieg-modschtaba-chamenei-botschaft-gxe
- https://www.morgenpost.de/politik/article411420072/iran-krieg-news-aktuell-live-usa-israel-trump-dubai-flughafen.html
Selenskyj verschiebt Gespräche
Ukrainischer Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die trilateralen Gespräche mit den USA und Russland verschoben, während sich parallel ein neuer Streit um Öllieferungen zwischen Kiew und Budapest entlud. Ungarn wirft der Ukraine vor, die Rechte von sieben festgenommenen Bankmitarbeitern massiv verletzt zu haben, was Kiew als Geiselnahme bezeichnete. Die Spannungen eskalierten weiter, als Ungarn und die Slowakei Experten entsandten, um den Zustand der beschädigten Druschba-Pipeline zu untersuchen. Kiew kritisierte diese Inspektoren als bloße Touristen, da ihnen ein offizieller Status fehle. Hintergrund des Konflikts ist die seit Ende Januar unterbrochene Ölversorgung nach russischen Angriffen auf die Infrastruktur. Zudem blockiert Ungarn einen EU-Kredit von 90 Milliarden Euro für die Ukraine und fordert die Aussetzung von Sanktionen gegen Russland wegen gestiegener Energiepreise. Der Kreml-Chef Wladimir Putin zeigte sich dabei offen für langfristige Lieferungen an Europa, sofern politischer Druck nachlässt. Elf weitere Staaten baten Kiew zudem um Unterstützung bei der Abwehr iranischer Drohnen. Selenskyj betonte nun die Notwendigkeit eines Plan B, um die von Ungarn blockierten Hilfen freizugeben und die Erpressungsversuche des ungarischen Regierungschefs Viktor Orban zu meistern.
- https://www.mdr.de/nachrichten/welt/osteuropa/politik/ukraine-krieg-ungarn-orban-selenskyj-oschadbank-festnahme-misshandlung-100.html
- https://www.n-tv.de/politik/Ukraine-spricht-Pipeline-Inspektoren-aus-Ungarn-Mandat-ab-id30458234.html
- https://www.boerse.de/nachrichten/Selenskyj-hofft-auf-Plan-B-fuer-weitere-Hilfen-aus-Europa/38177767
SPD wählt Binder zum Fraktionschef
Nach der Wahlschlappe bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg hat die SPD-Fraktion den bisherigen Generalsekretär Sascha Binder einstimmig zum neuen Fraktionschef gewählt. Der 43-Jährige folgt damit auf Andreas Stoch, der noch am Wahlabend seinen Rückzug angekündigt hatte. Das Wahlergebnis der Sozialdemokraten mit 5,5 Prozent war historisch schlecht und führte zu heftigen Diskussionen über die Zukunft der Partei. Binder, der seit 2018 als Generalsekretär die Wahlkampfaufgabe übernommen hatte, galt zunächst als Hauptverantwortlicher für das Debakel. Nach seiner Wahl zeigte er sich enorm dankbar für das eindeutige Votum und betonte, dass nun die Arbeit als Team beginnen müsse. Die Fraktion besteht aus zehn Abgeordneten, was eine große Herausforderung darstellt. Während Binder im Landtag weiterhin um Innenpolitik kümmerte, fordert die Jugendorganisation der SPD, die Jusos, nun seinen Rücktritt für einen glaubwürdigen Neuanfang. Auch andere Initiativen sehen in der Beförderung Binders ein Zeichen dafür, dass die Partei ihre Verantwortung nicht vollständig übernehmen wollte. Die Aufarbeitung des Wahlergebnisses soll nun auf vier Regionalkonferenzen passieren, während im Juni eine neue Parteispitze gewählt wird.