Tech-Schwäche belastet deutschen Aktienmarkt
Die Kursverluste in der weltweiten Technologiebranche haben am Donnerstag die Stimmung am deutschen Aktienmarkt belastet. Der DAX notierte nach Handelsstart mit einem Minus von 0,3 bis 0,5 Prozent im Bereich von 25.220 bis 25.222 Punkten. Da der Leitindex nur über eine geringe Anzahl an Technologieaktien verfügt, fielen die Verluste im Vergleich zur globalen Tech-Schwäche moderat aus. Der MDax gab hingegen um 0,5 bis 0,6 Prozent auf rund 29.885 bis 29.890 Zähler nach.
Auslöser für die Abverkäufe sind überraschend hohe Inflationsdaten aus den USA, die Sorgen vor weiteren Zinserhöhungen der US-Notenbank und damit verbundene höhere Finanzierungslasten für Technologieunternehmen schüren. Auch der vom taiwanesischen Chipriesen TSMC gemeldete Rekordgewinn konnte die negative Stimmung nicht aufheben. Die Verkaufswellen an den asiatischen Börsen, insbesondere in Südkorea und Japan, belasteten die Eröffnung zusätzlich. Anleger reagieren zudem sensibel auf mögliche Veränderungen der Nachfrage im Bereich der Künstlichen Intelligenz.
US-Inflation über Erwartungen gestiegen
Höhere US-Inflationsdaten für den Monat September haben an den globalen Finanzmärkten für Druck gesorgt. Die Verbraucherpreise stiegen im Jahresvergleich um 3,7 Prozent an, womit die Teuerung über den Erwartungen von 3,6 Prozent lag. Auch die Kernrate, die volatile Energie- und Nahrungsmittelpreise ausklammert, stieg auf 2,6 Prozent im Vorjahresvergleich an, während Prognosen von 2,4 Prozent vorlagen.
Die Daten verstärkten die Spekulationen über eine mögliche Zinserhöhung durch die US-Notenbank Fed bei deren Sitzung Ende Oktober. In der Folge gerieten Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum, XRP und Solana sowie Rohstoffe wie Gold und Silber unter Verkaufsdruck. Auch die US-Aktienmärkte reagierten negativ: Der Nasdaq 100 verzeichnete ein Minus von 2,02 Prozent, während der S&P 500 um 1,11 Prozent sank. Besonders konjunktursensible Technologie- und KI-Werte verzeichneten deutliche Verluste. Die Marktentwicklung spiegelt eine zunehmende Risikoscheu der Anleger wider, da steigende Zinsen die Bewertung künftiger Gewinne erschweren könnten.
Goldpreis erholt sich leicht
Der Goldpreis verzeichnete im frühen Donnerstaghandel eine Erholung von seinem jüngsten Wochentief. Der am aktivsten gehandelte Dezember-Future verteuerte sich bis etwa 7:30 Uhr (MESZ) um 54,30 Dollar auf 4.162,20 Dollar pro Feinunze. Unterstützend wirkten ein schwächerer US-Dollar sowie sinkende Anleiherenditen, nachdem die Renditen infolge überraschend hoher US-Inflationsdaten zunächst gestiegen waren. Die US-Verbraucherpreise stiegen im September im Vergleich zum Vorjahr um 3,7 Prozent.
Trotz der aktuellen Kursgewinne bleibt das Marktumfeld belastend. Hohe reale Renditen und ein starker US-Dollar könnten den Preis kurzfristig wieder in Richtung der 4.000-Dollar-Marke drücken. Die UBS sieht in diesem Bereich jedoch eine Kaufgelegenheit und prognostiziert mittelfristig einen Preispfad bis 5.400 US-Dollar im Jahr 2027. Die aktuelle Preisrückgang wird priman auf die Reduzierung von Netto-Long-Positionen spekulativer Marktteilnehmer zurückgeführt, während ETF-Bestände stabil blieben. Die Aufmerksamkeit der Anleger richtet sich nun auf die anstehenden US-Erzeugerpreise sowie Einzelhandelsumsätze.