Thyssenkrupp notiert tk accelis an der Boerse
Der Industriekonzern Thyssenkrupp hat seine Werkstoffsparte tk accelis an der Frankfurter Börse notiert. Der erste Kurs des Börsenneulings wurde bei 27,80 Euro festgestellt, was einem Börsenwert von 1,77 Milliarden Euro entspricht. Damit liegt die Bewertung unter den Erwartungen von Analysten, die zuvor einen Wert zwischen 2,1 und 4,1 Milliarden Euro taxiert hatten. Im weiteren Handelsverlauf stieg die Aktie bis auf über 30 Euro an.
Thyssenkrupp-Chef Miguel López bezeichnete den Börsengang als Meilenstein auf dem Weg zur Umwandlung des Konzerns in eine Finanzholding. Der Mutterkonzern behält weiterhin eine Mehrheitsbeteiligung von 51 Prozent an tk accelis. Aktionäre erhielten für je 20 Anteile am Mutterkonzern eine Aktie des neuen Unternehmens. Das Unternehmen, das rund 15.500 Mitarbeiter in 30 Ländern beschäftigt, entwickelt sich vom reinen Werkstoffhändler zu einem Spezialisten für Lieferketten. López kündigte zudem an, dass die Abspaltung der Stahlsparte der nächste Schritt in der Unternehmensstruktur sei.
Vonovia passt Prognosen vorsichtig an
Der Immobilienkonzern Vonovia hat seine Prognose für das Geschäftsjahr 2026 präzisiert und die Ziele für 2028 angepasst. Grund für die vorsichtigere Planung sind höhere Finanzierungskosten sowie ein schwächeres Transaktionsgeschäft. Das Unternehmen erwartet für das bereinigte EBITDA 2026 ein Ergebnis in der unteren Hälfte der Zielspanne von 2,95 bis 3,05 Milliarden Euro. Zudem rechnet der Konzern mit einem geringeren organischen Mietwachstum von etwa 3,8 Prozent statt der bisherigen Erwartungen.
Als Reaktion auf das herausfordernde Marktumfeld hat Vonovia einen Maßnahmenplan zur Sicherung des Cashflows und zur Stärkung der Bilanz eingeleitet. Dieser umfasst eine strategische Überprüfung der Development-Aktivitäten sowie eine strengere Kapitalallokation. Trotz der gesenkten Erwartungen für die Jahre 2027 und 2028 bewertet die Berenberg Bank die Aktie weiterhin mit einer Kaufempfehlung („Buy“), hat jedoch das Kursziel von 34,50 Euro auf 23,00 Euro reduziert. Die Analystin verweist dabei auf das robuste Vermietungsgeschäft, das im ersten Halbjahr 87 Prozent des operativen Ergebnisses ausmachte.
Europäischer ETF-Markt verzeichnet starkes Wachstum
Der europäische ETF-Markt verzeichnete im dritten Quartal 2026 Nettozuflüsse von 127,4 Milliarden Euro, was einer Steigerung von 12 Prozent gegenüber dem Vorquartal entspricht. Das gesamte verwaltete Vermögen belief sich auf 3,2 Billionen Euro. Haupttreiber waren Aktien-ETFs mit fast 100 Milliarden Euro an Zuflüssen, wobei US-Aktien mit 25,5 Milliarden Euro sowie globale Indizes besonders gefragt waren. Auch Anleihen-ETFs verzeichneten mit 26,4 Milliarden Euro ein hohes Interesse.
In Deutschland wuchs das Vermögen aktiver ETFs innerhalb eines Jahres von 63,4 auf 118,6 Milliarden Euro (Stand 31. August 2026). Die Zahl der Produkte stieg von 183 auf 345, während die Anzahl der Anbieter von 27 auf 59 zunahm. Marktführer im Bereich der aktiven ETFs ist J.P. Morgan Asset Management mit 47,2 Milliarden Euro verwaltetem Vermögen. Deutsche Anleger halten insgesamt 697 Milliarden Euro in ETFs, wobei 97,6 Prozent des Vermögens passiv investiert sind.