Joshua Wong zu zehn Jahren Haft verurteilt
Ein Gericht in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong hat den Demokratieaktivisten Joshua Wong zu weiteren zehn Jahren Haft verurteilt. Die Entscheidung, die am Donnerstag verkündet wurde, basiert auf dem von China verhängten nationalen Sicherheitsgesetz. Wong wurde beschuldigt, zwischen Juli und November 2020 mit weiteren Personen zusammengearbeitet zu haben, um ausländische Kräfte zu feindseligen Handlungen gegen Hongkong und China zu bewegen. Er hatte sich des Vorwurfs der Zusammenarbeit mit ausländischen Kräften schuldig bekannt. Der Aktivist verbüßt bereits eine mehr als vierjährige Haftstrafe wegen Verschwörung zur Untergrabung der Staatsgewalt. Die Europäische Union kritisierte das Urteil als politisch motiviert und forderte die sofortige Freilassung Wongs, da die Entscheidung den Verfall der Rechtsstaatlichkeit in Hongkong zeige. Während der Chef der Hongkonger Polizei die Entscheidung lobte, bezeichneten Organisationen wie Human Rights Watch das Urteil als grausam.
Hensoldt hebt Umsatzprognose an
Der Rüstungselektronikkonzern Hensoldt hat seine Umsatzprognose für das Jahr 2026 angehoben und peilt nun rund 2,8 Milliarden Euro an, statt der bisher veranschlagten 2,75 Milliarden Euro. Zudem wird eine bereinigte EBITDA-Marge von etwa 19 Prozent erwartet. Das Unternehmen verzeichnete in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres ein Umsatzwachstum von gut 21 Prozent auf 1,86 Milliarden Euro, während das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) um ein Drittel auf 281 Millionen Euro stieg. Der Auftragseingang erhöhte sich um fast 77 Prozent auf 3,56 Milliarden Euro, was zu einem Rekordauftragsbestand von 10,36 Milliarden Euro per Ende September führte. Trotz der Kursentwicklung an der Börse, bei der die Aktie zum XETRA-Schluss um 1,40 Prozent auf 82,58 Euro zulegte, belobte der Analyst David Perry von JPMorgan die Ergebnisse, da Umsatz und operatives Ergebnis besser als erwartet ausgefallen seien. Die US-Bank behielt für Hensoldt die Einstufung „Neutral“ mit einem Kursziel von 100,0 Euro bei.
Tierhaltungskennzeichnung erneut verschoben
Der Bundestag hat die Einführung der verpflichtenden staatlichen Tierhaltungskennzeichnung erneut verschoben. Mit den Stimmen der schwarz-roten Regierungsfraktionen wurde der Starttermin, der zuvor auf den 1. Januar 2027 festgesetzt war, auf den 1. Oktober 2027 verlegt. Die Begründung für diese dritte Verschiebung liegt in der benötigten Zeit für die Umsetzung der im Koalitionsvertrag vereinbarten Reformen.
Im Fokus der Überarbeitung steht die Ausweitung des Geltungsbereichs: Die Kennzeichnung soll künftig nicht nur in Supermärkten, sondern auch in der Außer-Haus-Verpflegung, etwa in Restaurants und Kantinen, verpflichtend sein. Zudem soll die Kennzeichnungspflicht auch für Fleisch aus dem Ausland gelten, wogegen die EU-Kommission jedoch Einwände erhoben hat. Das System umfasst fünf Kategorien von der Stufe „Stall“ bis „Bio“. Während die Koalition die verlängerte Frist für den Dialog mit der EU nutzt, forderten Verbände wie der Deutsche Bauernverband das Ende des Vorhabens, während Tierschutzorganisationen die Beibehaltung der Kennzeichnung unterstützen.